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Gepostet by on Nov 9, 2009 in Allgemein, Politik, Unterhaltung |

DDR – das Heimatland, das nicht mehr da ist

Der 09. November 1989 war nicht einfach nur ein Tag wie jeder andere. Der 09. November 1989 war der Tag an dem sich Familien wieder vereinten, an dem die Menschen ein Stück Freiheit erlangten und es war der Tag, der das Ende eines Heimatlandes vieler einläutete. Immer wieder wurde auf die DDR geschimpft und gemeckert. Schlecht ging es den Menschen in der DDR, sie hatten keine Freiheit, Kindern wurden ihren Müttern weg genommen, Staatsfeinde wurden eingesperrt, erschossen oder verschwanden.

Es wurden stets nur die Menschen interviewt, denen es nicht gut ging in der DDR und so wurde die schlechte Meinung über die DDR noch genährt. Doch was ist mit den Menschen, denen es gut ging, die nicht als Staatsfeind galten, die sich wohlfühlten in der DDR? Hat diese Menschen schon einmal jemand interviewt? Hat sie einer gefragt wie sie es empfanden damals? Natürlich lassen sich positive Geschichten nicht so gut verkaufen, sie sprechen die Leute emotional nicht so sehr an wie die dramatischen, herzzerreißenden Geschichten der DDR Flüchtlinge.

Aber es gab sie, die glücklichen und zufriedenen Menschen, denen es gut ging in der ach so schlimmen DDR. Nur scheint es keinen zu interessieren. Einige Ex-DDRler hatten ein ruhiges Leben. Sie gingen morgens zur Arbeit, haben vorher noch ihre Kinder im Kindergarten oder in der Schule abgegeben ohne Angst zu haben, dass sie vielleicht in Schwierigkeiten geraten. Auch am Nachmittag waren die Kinder versorgt, es gab genug Schulangebote und die Kindergärtnerinnen haben auch keinen Stress gemacht, wenn man nicht pünktlich 16:00 Uhr sein Kind abgeholt hat.

Ich war sieben Jahre als die Mauer fiel, natürlich habe ich nicht besonders viel mitbekommen, aber ich weiß das wir in den Ferien an die Ostsee gefahren sind oder Urlaub in der Mecklenburgischen Seenplatte gemacht haben. Meine Eltern arbeiteten beide und meine Geschwister und ich haben viel Zeit auf dem Spielplatz im Hof verbracht. Im Sandkasten lagen keine Spritzen, Hundekot gab es auch nicht und „coole Jugendliche“ nervten auch nicht.

Ich habe meine Eltern natürlich später über die DDR ausgefragt, mein Heimatland, das es ja so gar nicht mehr gab. Natürlich war nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Eine Chance auf eine Wohnung hatte man meist nur dann, wenn man verheiratet war. Ein Telefon bekam man schneller, wenn es eine kranke Person im Haushalt gab. Für frisches Obst musste man stundenlang anstehen und klar durfte man nicht einfach mal seine Verwandtschaft im Westen besuchen. Einige haben 20 Jahre lang ihre Eltern, Geschwister oder Kinder nicht sehen dürfen.

Aber man konnte seine Kinder ohne Aufsicht draußen spielen lassen oder den Kinderwagen, inklusive Kind, vor der Kaufhalle kurz abstellen und noch Besorgungen machen. Kinder die in der Schule nicht so mitkamen, wurden nicht einfach als dumm abgestempelt, sondern man kümmerte sich um sie. Natürlich gibt es kaum noch Leute, die die DDR zurück haben wollen, zu sehr waren die Menschenrechte beschnitten worden, von der damaligen Regierung. Doch sollte man nicht alles schlecht reden. Das Schulsystem war sicherlich nicht schlecht und es gab so einige die nicht weg wollten aus ihrer Heimat, aber sie wollten einfach mal Schauen, wie der Westen aussieht.