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Gepostet by on Sep 30, 2009 in Allgemein, Ausland, Gesundheit |

Ein Leben mit Leukämie – Teil II

Einige Tage nach dem Ruby ein Katheter implantiert wurde, startete ihre Chemotherapie. Währenddessen ließ sich ihre Familie untersuchen, in der Hoffnung passende Spender für sie zu sein. Die Resultate sollten allerdings erst drei Wochen später kommen.

In der Zwischenzeit verschlechterte sich Rubys Zustand. Die Anzahl ihrer weißen Blutplättchen fiel auf 0-3 und sie bekam eine Lungenentzündung und fiel ins Koma – wachte wieder auf und verlor abermals das Bewusstsein. Manchmal war sie bei Bewusstsein ohne reden oder sich bewegen zu können, an anderen Tagen konnte sie sich nicht einmal bemerkbar machen. Ihre Mutter glaubte aber immer daran, dass ihre kleine Tochter alles mitbekommt und so kaufte sie die Hörbücher von Harry Potter, die sie Ruby vorspielte.

Sie war nicht wirklich ein Fan von Harry Potter, aber ohne diese Hörbücher hätte sie das alles nicht durchgestanden, gesteht Ruby. Sie wurde durch eine Schlauch und ihren Katheter ernährt. Und da sie zu keinem Zeitpunkt künstlich beatmet werden musste, erholte sie sich relativ schnell.

Es stellte sich heraus, dass ihr Zwillingsbruder ein Perfektes-Match für eine Knochenmarktransplantation war. Als sie es erfuhr, wehrte sie sich mit Händen und Füssen dagegen. Weil sie nicht wollte, dass man ihm wehtut nur um ihr zu helfen. Sie musste sediert werden und war hilflos.

Sie musste zum Röntgen um zu schauen ob ihre Lungen in Ordnung sind, sie musste ein EKG machen um zu schauen ob ihr Herz die Belastung aushält. Sie musste zum Psychiater um zu schauen wie sie mit der ganzen Situation klar kommt. Und die ganze Zeit über war sie stark.

Sie bekam die Knochenmarkspende, doch kriegte sie nicht allzu viel davon mit, da ihr schwindelig wurde und sie wieder das Bewusstsein verlor. Doch die Spende schien nicht zu funktionieren, es war als wollte ihr Körper das Knochenmark abstoßen. Zum Glück war es nur für einen Augenblick. Rubys Zustand besserte sich und sie ging in Remission. (das temporäre oder dauerhafte Nachlassen von Krankheitssymptomen, jedoch ohne Erreichen der Genesung)

Sie ging zurück zur Schule, normalerweise nur drei Tage die Woche. Natürlich musste sie in der Zeit immer mal wieder ins Krankenhaus und war stets am Kämpfen gesund zu bleiben. Sie machte Freundschaften und ging mit Jungs aus. Sie führte ein ganz normales Leben, soweit es ihr möglich war.

Drei Jahre ging es ihr den Umständen entsprechend gut. Bis sie mit 16 wieder rote und blaue Flecke auf ihrem Körper bekam. Sie fuhr mit ihrer Mutter ins Krankenhaus und die ganze Prozedur fing von vorne an. Nur dieses Mal waren die Auswirkung kaum noch zu stoppen.

Nach einer harten Runde Chemotherapie, sagte der Arzt, dass die Leukämie dieses Mal einfach zu stark sei. So entschied sie sich für eine weitere Runde Chemotherapie, die ihr so viel Zeit wie möglich geben sollte.

Heute bekommt sie Bluttransfusionen um die Anzahl ihre Blutkörperchen stabil zu halten. Die Entscheidung liegt in ihrer Hand, wenn Ruby sagt „genug ist genug“, dann ist es so. Im Moment macht sie eine schwere Zeit durch. Sie liegt im Krankenhaus und eine Zeitlang sah es nicht gut aus. Sie fiel ins Koma und ihr Herz versagte. Sie musste auf die Isolierstation und niemand konnte zu ihr.

Die Ärzte haben sie jetzt soweit stabilisiert, das sie demnächst wieder mit einer Chemotherapie anfangen kann. Ihr größter Wunsch ist es dieses Jahr Weihnachten mit ihrer Familie zu feiern.

Den ersten Teil gibt es hier!