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Gepostet by on Mrz 22, 2009 in Allgemein, Ausland, Forschung, Gewalt, Politik, Terror |

Großbritannien im Sumpf des Verbrechens

In Großbritannien ist erneut ein Justizirrtum aufgedeckt worden. Sean Hodgson saß 27 Jahre unschuldig hinter Gittern. 1979 ist in England eine junge Frau vergewaltigt und erdrosselt worden, Hodgson bekannte sich ein Jahr nach ihrem Tod zu der Tat und bekam 1982 „lebenslänglich“ dafür. Kurze Zeit später widerrief er allerdings seine Aussage, da er sich selbst als „zwanghafter Lügner“ bezeichnete. Doch damals glaubte ihm niemand.

Erst 2008 konnte auf Grund von DNA-Test bewiesen werden, das er auf keinen Fall der Täter sein konnte. Man hatte 1979 Körper- und Stoffspuren im Auto des Opfers sicher gestellt, diese archiviert und letztes Jahr zum DNA-Test gegeben. Nachdem es ursprünglich hieß, das die Beweise längst vernichtet wurden. Doch  der Anwalt von Hodgson fand ein altes FSS (Forensic Science Service) Archiv, von dem angeblich nicht mal die Behörde selber wusste.

Solche DNA-Tests kommen in der Verbrechensbekämpfung immer mehr zum Einsatz. In Großbritannien werden jetzt vorallem Prozesse, die vor 1986 stattfanden auf Stichhaltigkeit überprüft.

In den 70er Jahren herrschte in Großbritannien, auf Grund des nordirischen Bürgerkrieges, der Ausnahmezustand. Gewalt, Terror und eine Reihe von Bombenanschlägen erschütterten damals auch das Mutterland. Die Bevölkerung übte Druck auf die Polizei aus. Sie wollte das diese Verbrechen aufgeklärt werden. Das wiederrum ließ die Polizei in Großbritannien zu rechtswidrigen Mittel greifen. So kam es zu Drohungen, Folterverhören und auch gefälschten Dokumenten, nur um so vermeintliche Täter zu überführen.

Inzwischen wurden in Großbritannien 3808 Fälle überprüft, bei 56 Fällen handelte es sich um Justizirrtümer.