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Gepostet by on Okt 8, 2010 in Allgemein, Ausland, Geschichte, Gewalt, Politik, Religion, Technik, Terror, Wirtschaft |

Israel kauft Stealth-Jets – Fähigkeit zur Bombardierung Irans ausgeweitet

Wie heute (8.10.2010) bekannt gegeben wurde, kauft der israelische Staat 20 Kampfjets des Typs F-35 von der US-Waffenschmiede „Lockheed Martin Aeronautics“. Diese Bestellung hat ein Volumen von etwa 2,75 Milliarden Dollar und dazu besteht eine Option auf den Kauf von 55 weiteren Jets gleichen Typs. Die ersten Modelle sollen aller Voraussicht nach ab 2015 bei der israelischen Luftwaffe (IAF) eingesetzt werden.

Vorallem der Umstand, dass es sich bei dem Modell „F-35“ um einen hochmodernen Universalkampfjet mit Stealth-Technologie handelt, war den israelischen Militärs wichtig. Man reagiere mit diesem Geschäft effizient auf die strategische Bedrohung durch den Iran, heißt es in einer Begründung des Generaldirektors im israelischen Verteidigungsministerium, Ehud Shani. Und tatsächlich; gerade mit der seit Ende der siebziger Jahre entwickelten Tarnkappenfähigkeit (engl. Stealth für Heimlichkeit) und der enormen Reichweite, der F-35-Jet kann jeden Punkt im Iran ohne zusätzliche Luftbetankung erreichen, eröffnen sich der israelischen Regierung neue Optionen bei der iranischen Atomfrage.

Durch diese Stealth-Technologie ist es für das gegnerische Radar nahezu unmöglich, ein diese Fähigkeit besitzendes Flugzeug zu erfassen und effektiv zu bekämpfen. Die USA haben schon seit dem 2. Golfkrieg (1990/91) erfolgreich diesen Trumph im Bombardierungskrieg eingesetzt. Tatsächlich ist es bis dato nur der jugoslawischen Luftabwehr im Kosovokrieg (1999) gelungen, einen Tarnkappenbomber abzuschießen. Diese Fähigkeit ist also zwingend erforderlich um einen Schlag gegen Atomforschungszentren, wie Isfahan oder Natanz im Zentrum Irans durchzuführen. Mit dem derzeitigen Fluggerät (vorallem der F-15) und der Stärke der iranischen Luftabwehr wären der israelischen Luftwaffe mit Sicherheit missionsgefährdende Verluste beschieden.

Dass Israel trotz einer Vielzahl warnender Stimmen im In- und im westlichen Ausland die Option eines Luftschlages gegen das Atomprogramm der Mullahs als naheliegenste Lösung sieht, hat mehrere Faktoren zur Ursache. Zum einen zeigt die kriegerisch junge Geschichte des jüdischen Staates, dass militärische Erstschläge von Seiten der Luftwaffe existenzbedrohende Zustände abwenden können. Schon 1967 im Sechstagekrieg konnte Israel in einem Erstschlag die von der Sowjetunion ausgerüsteten Luftarmadas Ägyptens und Syriens am Boden zerstören, somit den Krieg gewinnen und den Bestand des Staates Israels sichern.

Als weitere ernsthafte Bedrohung erwies sich Anfang der achtziger Jahre das Atomprogramm eines gewissen irakischen Diktators, Saddam Hussein. Mithilfe der Arbeit des von französischen Ingeneuren aufgebauten Atomreaktors „Osirak“ wäre es dem Regime am Tigris möglich gewesen, in damals (1981) naher Zukunft Material für den Bau einer irakischen Atombombe zu gewinnen. Dank des von den USA gelieferten, damals hochmodernen Langstreckenkampfflugzeuges des Typs „F-15“ konnte in einer Nacht- und Nebelaktion diese Bedrohung aus der Luft beseitigt werden.

Ein weiterer Punkt, warum für Israel diese Eskalation im Konflikt mit dem Iran in realistische Nähe rückt, ist das innen- und aussenpolitische Wiedererstarken des Teheraner Regimes. Eine ernsthafte Opposition im eigenen Lande konnte Staatspräsident und bekennender Israelhasser Ahmadinedschad während der Unruhen 2009 dank seiner mobilisierten Basidschi-Milizen und der Rückendeckung durch den omnipotenten Wächterrat weitestgehend ausschalten. Außenpolitisch spielt vorallem die Entfernung des irakischen Baath-Regimes unter Saddam Hussein durch die US-Amerikaner und deren diesjähriger militärischer Rückzug (2010) eine entscheidende Rolle.

Nun hat Teheran mit der Hisbollah im Libanon und der starken schiitischen Kraft im Irak zwei schlagkräftige Argumente im Kampf um die Macht in der Golfregion. Russlands und Chinas, durch mangelnde Unterstützung der UN-Sanktionen, politisches Stärken des iranischen Atomprogramms läßt die Gefahr einer Atombombe der Mullahs und damit die Eskalation durch einen israelischen Militärschlag als realistischer denn je erscheinen.